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Polo 6N (AEE) 1.6/75PS Motorelektronik Problem ?!

Jetzt fangen wir gerade an dich lieb zu gewinnen und du denkst schon daran den Polo wieder abzugeben. :-(

Wo kommst du denn her? Vielleicht wohnt ja jemand von uns in deiner Nähe.



Zitat:

Dann spar dir vier Schachteln Zigaretten, kauf dir für das gesparte Geld bei Ebay ein OBD-Kabel und schau im Netz, ob du 'irgendwo' VAGCOM 311 bekommst, das du dann auf deinen Läppi spielst. Damit kannst du schon gefühlte 80% der Probleme näher einkreisen und 20% direkt lösen.



Wenn man etwas selber Hand anlegt, ist der Polo auch gut zu fahren und kostet nicht viel im Erhalt. Wenn du den Sensor wechseln kannst hast du keine zwei linken Hände und dürftest schon mal über 40% der Reparaturen/Wartungen selbst durchführen können.

Ein Oszi is zwar nicht mal schnell aus der Portokasse geholt, aber wenn du einen Laptop hast oder du mit dem Auto nahe genug an deinen PC kommst, kannst du für ca. 20,- viel selber machen bzw. erfahren mittels OBD-Adapter

Zitat:
Wenn man den eingebauten Drucksensor abklemmt und stattdessen den ausgebauten anklemmt läuft er im Stand 100%ig

Angenommen der Ausgebaute ist intakt, sieht dieser dann ja "0 bar", was das STG verwirren dürfte.
Zitat:
Allerdings beim Lastwechsel qualmt er dann Schwarz und tut sich schwer, naja, wird wohl an der Zündung liegen in dem Moment.

Eher an der Einspritzmenge, da das Luft/Kraftstoffgemisch nicht stimmt und somit nicht komplett verbrennt.
Du gibts Gas = es müsste mehr Unterdruck im Saugtrakt entstehen, der abgeklemmte Sensor sagt aber immer noch "0 bar".
Dann dürfte er aber nicht mehr einspritzen, obwohl die Drehzahl hoch geht - aber wie Karli schon gesagt hat, wies gesteuert wird wissen nur die STG-Programmierer selbst.

Hast du ein Multimeter zur Hand?
Vllt. is ja irgendwo ein Kabel unzulässig auf Masse (durchgescheuert) oder so.
Außerdem könnte man die Versorgung des Sensors messen - vllt. ist ja noch "wo anders" eine Steckstelle oxidiert (hast du ab und zu Wasser im Beifahrer-Innenraum?).

Zitat:
Lasse ich ihn angeklemmt und ziehe ihn aus der Ansuagbrücke fängt die Drehzahl stark an zu schwanken, ziehe ich dann den Stecker ab, geht er aus..

Das ist normal - wenn du ihn rausziehst bekommt der Motor ggf. Falschluft (sitzt der Sensor hinter der Drosselklappe?) und wenn du den Stecker abziehst fehlen dem STG auf einmal kritische Steuervariablen.

Die meisten Sensoren am Auto sind Spannungsgesteuert (und nicht Stromgesteuert), also kann ein zu hoher Übergangswiderstand (zB durch Korrosion) die Werte ins jenseits schicken, sie driften wegen dem Offset ab und können ggf. sogar nicht mehr erfasst werden weil sie außerhalb des "plausiblen" Bereichs landen.

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Das Rezept werd ich die Tage mal probieren


ohwarumbloss
  • Themenstarter

Also
@ Karli, ich wohne im Kalletal, das liegt in der Nähe von Bielefeld. Es ist zwar nicht am Ende der Welt aber man kann es von hier fast sehen..

@Joey, ich habe mal Kfz-Mechaniker gelernt, damals, aber wenn ich mir den ganzen elektronischen Kram so anschaue habe ich das Gefühl das damals wohl das meiste noch aus Holz war

Ihr habt das jetzt echt mal super erklärt und mir doch einen gewissen Einblick verschafft ! Ich werde mal versuchen ein paar Dinge abzuarbeiten.

Allerdings ist nun der Sommer da, das Auto fährt (außer der erhöhten Leerlaufdrehzahl) ganz gut, geht nicht aus und meine Frau wollte ihn auch seit ca. 24 Stunden nicht mehr in der Weser versenken..

Ja, der Saugrohrdrucksensor liegt in diesem Fall hinter der Drosselklappe und nein, Wasser auf der Beifahrerseite oder sonstwo innen habe ich noch nicht festgestellt und bis vor kurzem hat es ja noch aus Kübeln gegossen..

Das irgendwo ein Kabel gebrochen ist oder gegen Masse kommt kann ich mir gut vorstellen denn wenn man ihn mit angeklemmten Sensor eine Weile laufen läßt fängt er sich irgendwann und läuft normal. Dann kann man sogar ein paar Kilometer ganz normal fahren..

Liebe Grüße und vielen Dank für eure Hilfe !



Zitat:

Das ist normal - wenn du ihn rausziehst bekommt der Motor ggf. Falschluft (sitzt der Sensor hinter der Drosselklappe?)


Selbstverständlich HINTER der Drosselklappe. Anders würde es auch keinen Sinn machen.


Zitat:
Du gibts Gas = es müsste mehr Unterdruck im Saugtrakt entstehen, der abgeklemmte Sensor sagt aber immer noch "0 bar".


So gaaaaanz korrekt ist das nicht. Aber vielleicht hast du das nur falsch ausgedrückt.

Genau genommen ist es so: Ist der Motor aus, hat man im Ansaugtrackt exakt Außendruck, also z.B. 1 Bar +/-30 mBar, je nach Großwetterlage. In großen Höhen zusätzlich pro 8m Höhe 1 mBar weniger.

Startet man den Motor, hängt der Unterdruck von zwei Faktoren ab:
1. Öffnungsfläche der Drosselklappe
2. Drehzahl

Je höher die Drehzahl, umso mehr Luft versucht der Motor anzusaugen, umso tiefer sinkt der Druck im Ansaugtrakt.
Je weiter die Drosselklappe geschlossen ist, umso weniger Luft kann durch, umso tiefer sinkt der Ansaugdruck im Ansaugtrakt.
Also hätte man den tiefsten Druck im Ansaugtrakt bei hohen Drehzahlen und geschlossener Drosselklappe, also z.B. im Schiebebetrieb die Autobahn runter. Hier kann der Druck runter gehen bis auf 0,1 Bar. (In Sportflugzeugen gibt es solche Ladedruckanzeigen, wo man den Druck schön sehen kann.) Den höchsten Druck hätte man bei niedrigen Drehzahlen bei Vollgas. Dann hätte man annähernd Außendruck.

Unsere Steuergeräte haben eine interne Tabelle, wo sie für jede Drehahl und jeden Ladedruck gespeichert haben, wie viel Luft in diesem Zustand eingesaugt wird. Daraus kann dann mit Temperaturkorrekturen die Einspritzmenge errechnet werden.

Fällt der Saugrohrdrucksensor aus, überlegt sich das Steuergerät anhand des Drosselklappenwinkels und der Drehzahl die grobe Einspritzmenge, die dann noch temperaturmäßig korrigiert wird.

Ganz zum Schluss misst die Lambdasonde den Restsauerstoffgehalt im Abgas, was da zu direkten Korrekturen der Einspritzmenge und auch mittelfristig zu Korrekturen der oben genannten internen Tabelle führt.

Jetzt noch etwas nicht 100%iges Wissen, nur an einer Stelle gelesen:
Wenn alles in Ordnung ist, wird der Drosselklappenwinkel im Normalbetrieb nicht direkt benutzt. Nur die Änderungsgeschwindigkeit des Drosselklappenwinkels ermöglichst eine Art Beschleunigungsanreicherung, damit der Motor besser am Gas hängt. Außerdem wird der Drosselklappenwinkel im Leerlauf ständig erfasst, damit das Steuergerät anhand der aktuellen Drehzahl und dem aktuellen Drosselklappenwinkel, den Drosselklappenstellmotor ansteuern kann. Dafür gibt es sogar extra ein zweites Potentiometer in der Drosselklappe.


Zitat:

Selbstverständlich HINTER der Drosselklappe. Anders würde es auch keinen Sinn machen.

Ok, wollte nur sicher gehen. Dann zieht er definitiv Falschluft wenn du den Sensor rausziehst ^^

Zitat:
Aber vielleicht hast du das nur falsch ausgedrückt.

Okay, dann anders: sobald der motor läuft herrscht quasi IMMER ein Unterdruck im Ansaugtrakt, der je nach "Lastzustand" variieren kann ... aber immer unter bzw. ungleich "0 bar".

Wenn er jetzt den Stecker abzieht stottert der motor ggf. etwas, weil die Änderung von fiktiven 0,02bar Unterdruck auf "Sensor nicht da" oder was auch immer zu schnell und unerwartet kommt - aber im Leerlauf ist ja eher die DK verantwortlich ihn am Leben zu halten (vllt. sogar unabhängig von Saugunterdruck).

Wenn er jetzt aber den (anderen) ausgebauten Sensor stattdessen ansteckt (und der intakt ist) sieht das STG wieder einen Wert - nämlich "0 bar", wo eigentlich ein Wert ungleich "0" erwartet wird.
Wenn du jetzt den Lastzustand änderst und Gas gibst hast du zwar die Beschleunigungsanreicherung (der schwarze Rauch wenn er zuviel einspritzt ?) aber nicht das Feedback vom Saugrohdrucksensor (immer noch "0 bar").

Das STG könnte also sehen "oha, Poti bewegt sich", aber vergeblich auf die Druckänderung (immer noch "0 bar") warten damit es weis wieviel es einspritzen soll zur Anreicherung.

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Wenn der Beifahrerfußraum trocken ist, stehen die Chancen gut, dass es der Hauptstecker direkt am STG auch ist (kannst trotzdem mal rein luren obs dir grün entgegen bröselt).
Ansonsten such eben mal alle Steckverbindungen auf Grünspan ab

Die erhöhte Leerlaufdrehzahl kann auch sein weils DK-Poti noch nicht adaptiert ist, sollte sich also automatisch legen nach etlichen gefahrenene Kilometern.


Ja das klingt so alles plausibel. Bis auf die Kleinigkeit dass der Grunddruck etwa 1 Bar beträgt und nicht 0 Bar. Oder du ersetzt die Einheit Bar durch ATÜ. Aber ich gebe zu - das ist jetzt Korinthenkackerei.



0 bar Überdruck ^^
Hast ja recht


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