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6n2. Schlagen vorne an der Fahrerseite beim voll eingelenkten Rückwärtsfahren. Was kann das sein?

Tobi82
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Tobi82's

Hallo,

mein 6n2 ist seit letzer Woche ohne Mängel über den TÜV. Kurioserweise habe ich nur seit 3 Tagen ein Schlagen an der Vorderachse. Beim TÜV war das Problem dann scheinbar nicht ersichtlich.

Wenn ich voll einschlage (Rechts? So dass das Auto Richtung Beifahrerseite fährt) und rückwärts fahre, habe ich ein Starkes Schlagen an der Vorderachse/Fahrerseite. Es ist ein mehraches Schlagen...auf 1m sicher 5 mal....
Das Schlagen wird täglich schlimmer.

Hat jemand eine Idee was es sein kann und wie ich es prüfen kann? Nach optischer Kontrolle sehe ich erstmal nichts. Habe oft Außengelenk Antriebswelle gehört...die Manschett ist jedoch noch wie neu.

Danke für eure Hilfe



Ist das nur beim fahren oder auch im Stand?


Tobi82
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Tobi82's

Nene, nur beim Fahren und nur bei aktivem Antrieb. In dem Moment wo ich die Kupplung trete ist es weg



Hmm also wenn du das Problem nur unter Last hast dann würd ich an deiner Stelle um sicher zu gehen den Wagen mal hoch bocken und das Rad durch gegenläufige Bewegungen testen. Wenne da Spiel drin hast Sinds mit Sicherheit die Radlager. Ansonsten kann ich mir wie du schon sagtest das Antriebsgelenk vorstellen.
Bei den Dreieckslenkern, Domlagern usw haste das eigentlich auch im Stand aber ausschliessen würd ich die jetzt auch nicht.


Tobi82
  • Themenstarter
Tobi82's

Ich schaue nochmal. Bei normaler Fahrt ist gar nichts. Auch nicht bei ner starken Kurve


Wenn es nur bei Volleinschlag und Belastung ist, ist sehr wahrscheinlich das rechte Antriebswellengelenk aussen kaputt...


Tobi82
  • Themenstarter
Tobi82's

Was kostet sowas denn ca in ner freien? Selber machen wird ja nicht so einfach sein


Selber machen ist nicht so schwierig, wenn du einen Rangierwagenheber, einen kräftigen Drehmomentschlüssel, Ratschkasten, breiten Schraubendreher, Beißzange, lange Eisenstange und WD40 zur Verfügung hast

- äußeres Gelenk beim Teilehändler beschaffen
- Handbremse rein, Gang rein
- am Federbein die Schraube der Klemmung vom Dreieckslenker mit WD40 einsprühen, wenn wir schon drunter liegen auch gleich die beiden Schrauben an der Klemmung vom Stabi an der Karosserie einsprühen
- Radmuttern anlösen
- Achsmutter anlösen (glaube ich 30er Mutter, mit 210 Nm)
- Auto mit dem Rangierwagenheber hochheben und sichern
- Zentralmutter lösen
- Rad abnehmen
- die eingesprühte Klemmschraube am Federbein mit 17er Nuss und Konterschlüssel lösen und entnehmen
- mit 13er Nuss die Klemmung des Stabis vollständig lösen. Der Stabi steht ein bisschen unter Spannung. Mit dem Bord-Wagenheber kannst Du die Spannung abfangen, bis die Schrauben raus sind. Nicht beide Klemmstellen (rechts und links) lösen, sonst fällt das Auto so doof rum. Nur auf der Seite, an der du arbeitest.
- jetzt kannst Du mit dem Stahlrohr oder was immer Du hast, den Dreieckslenker nach unten aus dem Federbein rücken. Als Widerlager nehme ich die vordere Wagenheberaufnahme. Um das Radhaus nicht zu beschädigen lege ich manchmal noch ein Holzbrett bei. Wenn der Dreieckslenker zu sehr klemmt, kommt der Moment mit dem großen Schraubendreher. Den kannst Du mit einem Hammer in den Klemmspalt treiben (aber nicht mit aller Gewalt). Das weitet die Klemmung und macht das heraushebeln leichter.
- Jetzt baumelt das Federbein herum und ich meine man kann jetzt schon die Zahnwelle aus dem Flansch drücken.
- Wenn es doch nicht reicht, musst Du noch den Kugelkopf der Lenkstange aus dem Federbein drücken. Also wieder erst mal WD40 drauf und das Handy checken. Nach der Einwirkzeit die Mutter lösen und so weit nach oben drehen, bis die Mutter bündig mit dem Gewinde abschließt
- Fällt der Kugelkopf jetzt schon aus der Klemmung - super, du kannst die Mutter ganz lösen und dich um dein Wellengelenk kümmern. Sitzt er fest, kannst Du den mit einer großen Rohrzange herauspressen
- Jetzt beginnt die Schweinerei. Leg schon mal ein großes Stück Pappe unter das Wellengelenk und trenne den kleinen 1-Ohr-Ring, der die Achsmanschette auf die Welle klemmt mit einer Beißzange am Ohr auf.
- Wenn Du nicht schon Handschuhe anhast, jetzt ziehe er Sie an. Außerdem kannst Du schon mal das neue Wellengelenk aus seiner Verpackung entnehmen und bereitlegen. Die leere Verpackung legst Du auch bereit.
- Nimm einen Hammer und treibe mit mittlerer Kraft das Wellengelenk von der Welle herunter. Dazu schlägst Du hinter das Gelenk auf die Kante wo die Manschette mit dem großen 1-Ohr-Ring geklemmt ist. Dabei die Manschette an der Welle nachschieben.
- Ist das Gelenk lose, legst Du es in den Karton vom neuen Gelenk.
- Mit einem Lappen das Wellenende ein wenig reinigen.
- den neuen 1-Ohr-Ring auf die Welle schieben
- die neue Manschette auf die Welle schieben
- den Tellerfeder aufschieben (der Bauch der Feder zeigt zum Getriebe)
- den Sicherungsring in die Nut der Welle einlegen
- von der Fettpackung einen Teil des Inhaltes in das Gelenk und den Rest in die Manschette geben. Die Fettpackung restlos in die Teile entleeren.
- das Gelenk mit Nachdruck auf die Welle schieben, manchmal spürt man, dass es einrastet
- Manschette auf den Kranz vom Gelenk draufschieben und mit dem großen 1-Ohr-Ring bereifen.
- Den kleinen 1-Ohr-Ring kannst Du auch aufsetzen
- Mit der Beißzange kann man mit etwas Gefühl die Ohren der Ringe quetschen. Dann sitzt alles fest.
- Ab jetzt geht es rückwärts, also Wellenende durch den Flansch am Federbein,
- U-Scheibe und Zentralmutter schon mal vormontieren,
- Dreieckslenker in die Klemmstelle,
- Kugelkopf in das Federbein,
- mit Wagenheber den Stabi hochdrücken und das Lager wieder festschrauben.
- Alles mit Drehmoment anziehen, bis auf die Zentralmutter.
- Rad dran und vormontieren
- Auto runterlassen und die Zentralmutter mit Drehmoment festziehen, danach auch die Radmuttern.
- Stolz sein!

Ich hoffe ich habe nichts vergessen und falsch dargestellt. Korrekturen sind erwünscht und ich übernehme keine Haftung für meine Beschreibung.


Tobi82
  • Themenstarter
Tobi82's

VIELEN DANK für die Anleitung! Was kann ich denn vorher noch prüfen? Nachher ist die ganze Arbeit umsonst. Mich wundert dass das Außengelenk nach 120.000 bei nem 50 PS Polo hinüber sein soll. Das hat ja gar keine Arbeit.



Zitat:

Was kann ich denn vorher noch prüfen?

ob die Manschette kaputt ist; wenn das der Fall ist, stirbt das Gelenk recht schnell.

Wie man das (oder die) Radlager prüft wurde schon erwähnt, das würde man aber besonders beim Kurven fahren hören, und egal ob mit oder ohne Motorlast.


Tobi82
  • Themenstarter
Tobi82's

Zitat:

ob die Manschette kaputt ist; wenn das der Fall ist, stirbt das Gelenk recht schnell.


Die ist wie oben geschrieben völlig in Ordnung. Auch der TÜV letzte Woche hat nichts gefunden


Zitat:

Mich wundert dass das Außengelenk nach 120.000 bei nem 50 PS Polo hinüber sein soll. Das hat ja gar keine Arbeit.


Auch dein 50 PS Polo erzeugt ein Drehmoment. Klar kann so ein Gelenk auch mal kaputt gehen.

Was du prüfen kannst, bevor du das Gelenk wechselst? Ohne Dir die Finger schmutzig zu machen, nicht viel.

Du schreibst, dass sobald Du die Kupplung trittst (der Antriebsstrang, Rad mit eingeschlossen ist dann frei von Drehmoment) das Geräusch weg ist. Die Zeichen deuten auf Antriebsstrang.

Gehe systematisch von außen nach innen.
- Sind die Radmuttern fest? Wackel am Rad. - Ziehe die Radmuttern zur Sicherheit nach. Immer noch Geräusche?
- Rad lösen und Bremse und Fahrwerksteile dahinter prüfen. Geschraubtes sei bitte fest, gestecktes (z. B. Bremsbeläge) sei gängig. Etwas gefunden und behoben? Immer noch Geräusche?
- Jetzt kannst Du mit Teiletausch anfangen (wie oben beschrieben).
- Dieses Mal aus Kostengründen von außen nach innen. Ein Getriebe ist nämlich teuer, also fängst Du mit der Welle oder den Gelenken an.

Du kannst natürlich auch erst mal die Welle rausholen und die Gelenke checken. Ist auch ne Riesenschweinerei.

Einen habe ich noch: Fährst Du Alufelgen? Einem Bekannten von mir wurden beim Reifenwuchten die Ausgleichsgewichte innen in die Felge geklebt. Eines der Gewichte hat dann schön bei jeder Umdrehung einmal am Bremssattel angeklopft.


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